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19. Januar 2011, 16:14 Uhr

Immobilien- und Wohnungspreise
in Deutschland sinken rasant

Der Preisverfall bei Wohneigentum verschärft sich. Eigenheime
haben sich seit Anfang 2005 im bundesweiten Durchschnitt um 
gut ein Fünftel (also 20%!) verbilligt. Und seit Jahresbeginn sind
die Preise noch stärker unter Druck. Die Immobilien-Blase lässt
Grüssen und sollte zum Nachdenken und Handeln veranlassen!

Eigenheime waren in den vergangenen Jahren keine gute
Geldanlage mehr. Nach Angaben des Immobiliendienstleisters
Hypoport sind die Preise der bundesweit verkauften Eigenheime
im ersten Quartal im Durchschnitt um neun Prozent von 185.000
Euro auf 168.375 Euro gesunken.

Die Preise von Eigentumswohnungen fielen im gleichen Zeitraum
um 4,3 Prozent von durchschnittlich 136.000 Euro auf 130.202 Euro.
Über die Europace-Plattform von Hypoport werden rund zehn
Prozent aller Hypothekendarlehen in Deutschland abgewickelt.

Der Index spiegelt somit die Entwicklung der tatsächlichen
Verkaufspreise  im gesamten Bundesgebiet wieder.

Die vermögenden Privatanleger setzen dagegen in der
allgemeinen Inflationsangst auf hochwertige Immobilien im
krisensicheren Ausland (also ausserhalb der EU!)

Die Konjunkturpakete werden Deutschland nach dem Frühjahrs-
Gutachten der Wirtschaftsinstitute dieses Jahr immerhin ein Defizit
von 89 Milliarden Euro bescheren. 2010 soll die Neuverschuldung
132 Milliarden Euro betragen.

Wegen der riesigen Schulden fürchten vermögende Anleger,
die Regierung würde sich ihrer Verbindlichkeiten durch massive
Geldentwertung entledigen.

Jürgen Kelber, geschäftsführender Direktor des in Deutschland,
Österreich und Osteuropa tätigen Wohnimmobilienentwicklers
Conwert SE, erwartet in den kommenden Jahren sogar eine
regelrechte Verkaufswelle von Einfamilienhäusern:

„Das wird mancherorts zu einem dramatischen Preisverfall führen.“
Die meisten Eigenheimbesitzer seien alt, viele von ihnen wollten
sich der mühsamen Gartenarbeit entledigen und in bequemes
Appartement umziehen, eventuell sogar einen Wohnwechsel ins
Ausland
ins Auge fassen. Spanien, das bisher diesen Anspüchen
genügen konnte, kämpft heute selbst umd Überleben!

„Die späteren Erben haben meist kein Interesse an den häufig
abgewohnten Häusern, weil sie selbst bereits in den Ballungs-
Zentren wohnen“, sagt Kelber.

Lesen Sie dazu den Beitrag über die zur Zeit exzellente
Situation in Brasilien! Jetzt heisst es profitieren, denn "wer zu spät
kommt, den bestraft das Leben!"